Baugrundgutachten – Infos & Kosten zum Bodengutachten

Vor dem Hausbau benötigen Sie ein Baugrundgutachten: Hier finden Sie die Kosten zum Bodengutachten sowie Infos zum Ablauf und Inhalt des Gutachtens.

Wer den Traum von den eigenen vier Wänden verwirklichen will, der steht vor so manch großer Hürde. Neben den finanziellen Mitteln sollten für den Hausbau natürlich in erster Linie die Grundvoraussetzungen stimmen. Dazu zählt neben der Bonität auch ein geeignetes Grundstück. Genau hier können selbst Jahre später noch immense Kosten auf den Käufer zukommen, die vorher ausgeschlossen werden können. Das Zauberwort heißt Bodengutachten.

Baugrundgutachten: Bohrung in der Ecke der späteren Bodenplatte

Baugrundgutachten: Bohrung in der Ecke der späteren Bodenplatte

Was ist ein Bodengutachten / Baugrundgutachten?

Beim Grundstückskauf kommt es nicht nur auf den Preis und natürlich die Lage/Infrastruktur und die Nachbarn an. Eine Problematik, die sich vielleicht erst nach einigen Jahren ergibt, ist die des Bodens (dem sogenannten Baugrund) auf dem gebaut wird.

Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle

  • Bodenbeschaffenheit
  • Zusammensetzung des Baugrunds (sind möglicherweise Schadstoffe im Boden)
  • tieferliegende, möglicherweise vergessene Hohlräume oder gar Blindgänger
  • die Lage des Geländes (Hanglage, Gefahr von Gerölll-Lawinen)

Einen Bodengutachten hilft diese Risiken auszuschließen bevor das Grundstück bebaut wird und schwerwiegende Folgekosten nach sich zieht.

Was wird bei einem Bodengutachten gemacht?

Grundsätzlich wird die Bodenbeschaffenheit mit Hilfe von verschiedenen durchdachten Analyseverfahren untersucht. Anhand von Bodenproben und Probebohrungen kann festgestellt werden, welche Zusammensetzung der Baugrund hat und welche Altlasten möglicherweise darin schlummern.

Dazu zählen zum Beispiel

  • Verunreinigung des Bodens durch beispielsweise chemische Stoffe
  • Hohlräume, Kellerräume, Tunnel – die möglicherweise nicht mehr in aktuellen Ortsplänen auftauchen
  • schlechter und wenig fruchtbarer Boden
  • schlecht tragende Bodengrund aufgrund der Bodenbeschaffenheit beziehungsweise Untertunnelung
  • Gefahr von Erdrutschen oder Ähnlichen ausschließen
  • Hohes / zu viel Grundwasser im Boden, so dass ein Bau eines Kellers höhere Kosten verursacht

Natürlich können Sie derlei Informationen auch von Nachbarn oder Einwohnern der Stadt/Gemeinde bekommen. Sie können Ihnen beispielsweise sagen, ob es schon erwähnenswerte Vorfälle in dieser Richtung gab.
Aber hundertprozentige Sicherheit erhalten Sie damit nicht, dass kann nur ein Bodengutachten leisten.

Und so läuft das Bodengutachten ab: An den Ecken des Fundaments bzw der geplanten Bodenplatte wird eine kleine Bohrung bis in 6 Meter Tiefe durchgeführt. Die dabei austretende Erde wird dann untersucht.

Im Baugrundgutachten werden dann Fragen zu den folgenden Themen beantwortet

  • Wie ist die gelogische Situation?
  • Wie sind die Baugrundverhältnisse?
  • Wie sind die hydrologischen Verhältnisse?
  • Wie sind die Eigenschaften und Kennwerte der Böden?
  • Wie sind die hydraulischen Durchlässigkeiten und Versickerung?
  • Wie ist die Lagerungsdichte?
  • Wie ist die Frostveränderlichkeit?

Im Gutachten wird also festgestellt, wie viel Muttererde, Kies, Sand, Ton etc im Baugrund vorhanden ist. Wie ist der Wasserablauf bzw. Durchlässigkeit, wie schnell versickert das Wasser und verhält es sich mit dem Grundwasser.

Je nach Ergebnis kann es dann notwendig sein, einen Boden Austausch vorzunehmen, den Boden zu verdichten oder gar bei der Hausplanung Änderungen vorzunehmen.

Kosten beim Bodengutachten?

Natürlich ist ein solches Gutachten nicht kostenlos. Es werden umfangreiche Untersuchungen durchgeführt, bei denen Firmen beauftragt werden. Das verursacht Kosten.
Doch diese Kosten garantieren Ihnen einen sicheren Bau und schließen Folgekosten, die entstehen können, wenn Sie ein solches Gutachten nicht in Auftrag geben aus.

Im Normalfall belaufen sich die Kosten für ein Bodengutachten auf ungefähr 500 Euro.

Fazit: Bodengutachten und Kosten

Geben Sie vor der Bebauung ein Bodengutachten auf und lassen Sie feststellen, in welchem Zustand sich Ihr Baugrund befindet. Sollte es zu viele Ungereimtheiten geben, suchen Sie sich besser ein anderes Grundstück. Denn die Kosten für Sanierung und Verzögerungen übersteigen möglicherweise den Aufwand/Nutzen. Das Bodengutachten ist für jeden Grundstückskäufer vor dem Hausbau Pflicht.

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